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15. August 1990
Maria hatte gerade zu Julia gesagt: "Schau, wohin die Welt geht!"
Julia schreibt daraufhin: "... Plötzlich konnte man einen heftigen, ohrenbetäubenden Lärm hören, der an ein Erdbeben erinnerte. Ein seltsames Wesen tauchte vor mir auf: es war ein Dämon, der Dämon der Trennung. Die obere Hälfte seines Leibes glich einem grauen Pferd, die untere Hälfte seines Leibes einem Menschen (Off 6,9). Er hatte mehrere Länder durcheinander gebracht, von denen drei in Kämpfe ausgebrochen waren; und ich sah, daß eines dieser drei Länder während des Kampfes floh. (Als man Julia daraufhin befragte, wußte sie nicht, um welches Land es sich handelte. Sie hatte nur vage einige Tage zuvor von der Besetzung Kuwaits durch den Irak gehört.) Als er das sah, lachte der Dämon hämisch und war zutiefst befriedigt.
Nachdem er kleine Dämonen (aus niedrigeren Rängen in der Hierarchie der gestürzten Engel) auf der ganzen Welt ausgesandt hatte, lächelte der große Dämon, der sich auf einen Platz begeben hatte, von wo aus er die ganze Welt sehen konnte, auf ekelhafte Art und Weise.
Ich sagte ihm, daß dies wohl genüge. Aber er antwortete mir sogleich ganz freundlich, daß er mir... ein ganzes Land (!) schenken würde, wenn ich mich mit ihm verbünde.
Als ich mich entschieden weigerte, sprang er mich an und wollte mich zwingen aufzugeben. Er sagte: "Meine Angelegenheiten würden besser vorankommen, wenn ich dich und Pater Spies auslöschen würde. Du bist meine große Feindin. Es wäre sehr angenehm, wenn ich dich loswerden könnte."
Mit diesen Worten warf er sich auf mich, um mich zur Aufgabe zu zwingen. Da ich mich nicht unterwerfen wollte, rief er andere Dämonen herbei, die mich töten sollten.
Der Anführer der Dämonen in Pferdegestalt packte mich am Hals, nachdem er mich auf den Boden geschmettert hatte, und die anderen, kleinen Dämonen packten meine Beine, um sie zu zerbrechen. Aber ich vertraute mich ganz der Jungfrau Maria an und betete mit Inbrunst um den Frieden in der Welt, auch wenn ich dafür den Tod erleiden müßte.
Auf einmal wurde mir schwarz vor Augen: ich fragte mich, ob ich nun sterben würde. Aber im selben Moment ließ der Würgegriff an meinem Hals nach, und es erschien ein hellstrahlendes Licht. Gleichzeitig ergriff jemand meine Hand: es war eine weiche, warme Hand. Ich vernahm eine zarte, sanfte, aber traurige Stimme:
"Meine Tochter! Meine liebe und gute Tochter! Ich bin zutiefst betrübt darüber, dir nur Leiden bereiten zu können. Aber wisse, daß ich, deine Mutter, die Leiden der Passion Christi erdulde, die auch von fürchterlichen Verletzungen noch verschlimmert werden.
Die heutige Zeit ist eine Zeit der Sünden und der Unordnung. Wie du gesehen hast, ist die Welt so voller Unordnung, daß eine große Bedrohung für die ganze Menschheit daraus entstanden ist. Auch wenn du sie abwenden könntest, was nützte das, solange die Welt sich nicht bekehrt?
Noch nie haben sich so viele meiner Kinder auf dieser Welt so sehr vom Weg der Bekehrung entfernt wie heute. Sie haben sich Satan angeschlossen und verursachen unter seiner Führung den Untergang der Welt. Alle sollen meine liebende Stimme vernehmen.
Sie sind jedoch weit davon entfernt, meine bittende Stimme zu verstehen, die vor Liebe brennt. Sie lehnen sich gegen mich auf in ihren Lästerungen, Beleidigungen, Kritiken. Durch ihre Gedanken verursachen sie in den Seelen einen riesigen Schaden und lassen meine geliebten, kleinen Seelen leiden..."
"Meine Tochter, selbst heute muß ich entsetzliche Schmerzen erdulden, wegen der maßlosen Sünden und Verbrechen dieser Welt."
Julia erklärt dazu folgendes: "Als ich diese Worte Mariens vernahm, war ich sehr betroffen. Denn wie grausam ist es zu denken, daß sie an diesem Tag, an dem alle ihre Kinder sie loben und preisen müßten, so sehr leiden muß. Mein Herz floß über vor Schmerz."
Dazu die Madonna: "Meine Tochter, wie wunderbar wäre es, wenn alle meine Kinder so fühlen könnten, wie du es gerade tust. Dagegen folgen mir viele Kinder nur dem Anschein nach, passen sich jedoch ihrem Körper an, der für die Fäulnis bestimmt ist, und der Welt, die von Irrtümern überschwemmt ist. Nur eine winzig kleine Minderheit folgt mir mit ganzem Herzen nach, deshalb leidet mein Herz so sehr."
Julia fährt fort: "Da die Stimme der Madonna so seltsam klang, hob ich die Augen zu ihr empor. Sie weinte. Ich sagte ihr leidenschaftlich: "Oh Mutter, ich bin zutiefst betrübt, vergib mir...""
Darauf erwiderte die Madonna: "Jetzt quält mich der Dämon mit allen möglichen Mitteln, um die Verbreitung meiner Botschaften zu verhindern, und um euch zu Fall zu bringen: dich, die Priester, die ich erwählt habe, und viele meiner Kinder..." |